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Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen: Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.

Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß und die Geduld gibt Ruhe. Hermann Hesse (1877 - 1962)

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29.05.2020 Rasenmäherdroide Erfahrungen Bericht Test Landxcape LX 790


Jahrelang, ja was sag' ich, jahrezehntelang habe ich mir keinen Rasenmähroboter gekauft, obwohl ich seit dem Automower G1 1998 damit geliebäugelt habe und das vierzehntägige oder bei guter Düngung sogar wöchentliche Rasenmähen mit meinem 6 PS Partner P53 625 Benzinmäher (sogar mit Mulchfunktion, elektrischem Starter und angetriebener Achse) nicht gerade liebte wegen der Zeit, der Anstrengung, dem Lärm, der Reinigung, dem Benzinkaufen, dem Gestank und dem Lärm und dem Lärm. Habe ich den Lärm bereits erwähnt?

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass der Partner P53 mich während der fast zehn Jahre Dauernutzung noch nie im Stich gelassen hat: startet immer sofort (nicht so wie diese Mistdinger vorher, die nicht enden wollendes Gereisse am Starterseil benötigten, bis sie denn mal starteten) und war noch nie defekt. Die zentrale Höhenverstellung funktioniert auch perfekt. Kein Wartung, keine Reparatur, nur in jeden 5 Literkanister immer eine kleine Portion Liqui Moly 5107 Benzin Stabilisator (Benzin wird sonst gerne mal schlecht nach sechs Monaten) und gut ist.

Nun aber haben wir für die Kinder auch wegen der Coronakrise ein zweites, gigantisches 490 cm Trampolin im Garten aufgebaut. Das Trampolin ist so groß, dass ich es nicht an andere Stellen auf dem Rasen ziehen kann, um dort zu mähen. Das ist nicht im Gewicht begründet, sondern darin, dass das Riesentrampolin sich bei geringster Bewegung über den Rasen (wenn ich daran ziehe) augenblicklich hochwellt wie eine alte Scheibe Graubrot und verzieht. Dann muss man ich alle 120 Federn entfernen, neu aufstellen und die Federn nach festem Muster wieder installieren. Beim 300 cm Trampolin kam das nie vor (weil es kompakter ist). Nun hatte ich also keine Möglichkeit mehr, unter der riesigen Trampolinfläche zu mähen, ohne das Schiebegestänge des Rasenmähers abzubauen und selbst samt knatterndem Stinkemäher unter das Trampolin zu kriechen. Das habe ich einmal gemacht, um dem Roboter den Weg zu ebnen (Robi kann nicht mehr als sechs cm mähen) und nie wieder. Der Roboter sollte also vor allem nun ins Spiel gebracht werden, um den Rasen unter dem Riesentrampolin zu mähen und somit auch die in diesem Jahr vermehrt auftretenden Zecken im Zaum zu halten.

Um zu illustrieren, was mich bisher davon abgehalten hat, solch einen Rasenmähroboter zu kaufen, hier meine jahrelang gepflegten Topbedenken, warum ein Mähroboter Mist ist:

sehr teuer, schwach, nicht haltbar, flatteriges Plastikgelumpe, sehr aufwendige Installation des Begrenzungskabels, unklare Installation von Inseln in der Mähzone, unklare Möglichkeit, durch Pflasterung komplett abgetrennte Rasenfläche zu verbinden, Angst vor festgefahrenem Roboter, Angst vor einem Roboter, der nicht mit den Steigungen im leider nicht mehr ganz planen Garten zurecht kommt, Angst vor einem Rasenmäher, der einfach wegfährt oder gestohlen wird, Angst vor einem Rasenmäher, dessen billiges, schwaches Plastikmechanikschnibbelwerk vom Aufsetzen auf einem Maulwurfshügel zerstört wird, Angst vor komplizierter Programmierung von Mähzeiten und Zonen, Angst vor lückenhaftem Mähergebnis ohne aufwendige Laser-, Lidar-, Radar- KI-, Ultraschall-, Kartografietechnik.

Da ich schon sehr viel Geld mit vermeintlich nützlichen in der Praxis aber leider unpraktischen elektronischen Gadgets in allen Lebensbereichen in den Sand gesetzt habe, war ich bei dieser Investition immer sehr kritisch. Nun aber musste eben so ein Teil her wegen des Trampolins. Da der Einstiegspreis nun auch sehr viel vertretbarer als früher erschien (285 EUR inklusive aller Installtionsgegenstände wie Ladestation, Kabel und Heringen gegenüber früher, wo mindestens 1.000 EUR aufzubringen waren) legte ich einfach mal los:

Landxcape LX790. Installation des Kabels: auf den Boden legen, jeden Meter einen Hering in die Erde petten, fertig. Zunächst habe ich ungeduldig einen kleinen, rechteckigen Bereich grob abgesteckt, um einfach erst einmal alles testen zu können (ohne geschlossenen Kabelstromkreis fährt Robi keinen Zentimeter). Kabelende in die Ladestationsbuchse (der Anschluss sieht aus wie eine einfache Lautsprecherklemme), zack ändert sich bei geschlossenem Stromkreis die Ledfarbe der Station von rot auf grün. Robi anschalten, Start und ok drücken, schon geht's los. Der Robi ist sehr leise und mäht tatsächlich wirklich prima. Die drei Messerchen und die ganze Plastiklandschaft unter dem Robi wirkt im Vergleich zum stahlharten Bezinrasenmäher wie ein Spielzeug, aber als der Robi über einen am Heckenrand vergessenen Kreisregner fetzte (aus Aluminium und Druckgussmetall) bekam ich augenblicklich Respekt vor der Zerstörungskraft des Robimähwerks, denn das waren ganz beachtliche Schrammen und Späne am Regner erkennbar. Robi fuhr leider auf die unteren Querstangen der Trampoline und das metallische Krachen ließ mich befürchten, dass nun Messer und Mähwerk defekt sein könnten. Aber nichts da, die Klingen sind zwar etwas heruntergeschliffen, aber das Mähen funktioniert nach wie vor tadellos. Also habe ich nun die Stützen der Trampoline zehn cm eingegraben, damit Robi bequem durchfahren kann.
Der Landscape LX790 fuhr sich bisher nur fest, wenn der Untergrund zu lose war (loses Schreddermaterial in mehreren cm Dicke unter der Hecke) oder wenn das Vorderrad an einer Kante zwischen Rasen und Pflasterung feststeckte. Die Kante habe ich einfach der Stelle heruntergertrampelt und das lose Schreddermaterial habe ich entfernt. Seitdem fuhr Robi kostant seine Arbeitseinsätze. Perfekt.
Anfangs fuhr Robi leider nur eine Stunde am Tag (und das auch nur Montag bis Freitag) und das war etwas knapp bemessen für die über 500 m2 Rasenfläche. Ein Update später (der Hersteller hört offenbar aufmerksam seinen Kunden zu auf z.B. www.roboter-forum.com und verbessert sogar die bereits verkauften Geräte nachträglich gratis) jedoch fährt Robi nun zwei Stunden am Tag. Klasse gemacht. Wenn das mal nicht reichen sollte (kam bei mir noch nicht vor): einfach Start und ok drücken und er fährt nochmals los.
Die Insel im Rasen (Haselnussstrauch mit Pflasterung drumherum) ist leicht erstellt: Kabel hinführen, Insel umfassen und eng am hinführenden Kabel zurückführen. Die beiden Magnetfeldsignale heben sich auf und Robi fährt über das Doppelkabel herüber und beachtet dennoch die Begrenzung der Insel. Wenn es regnet (zwei Metallkontakte am Heck werden benetzt und Strom wird detektiert) sucht Robi das Kabel und fährt entgegen dem Uhrzeigersinn bis zur Ladestation. Nciht, weil Robi etwa nicht wasserfest wäre, sondern um den Rasen zu schonen und das Mähwerk vor unnötig festklebenden Rasenresten zu schützen.
Trickreich: wenn Robi zufällig bei der Kabelsuche für die Rückfahrt (wegen Regen oder leerer Batterie) auf die Insel trifft, fährt er erst einmal locker dreimal im Kreis. Dann jedoch signalisiert das wiederkehrende Bewegungsmuster inklusive der 360 Grad Drehung dem Robi, dass er offenbar auf einer Insel gelandet ist. Dann löst er sich von dem Inseldraht und versucht es nochmals bei dem (hoffentlich) richtigen Außendraht. Geniale Technik.
Wenn Robi irgenwo gegenfährt oder die Räder doch mal etwas durchdrehen, befreit sich Robi geduldig und stets erfolgereich durch mehrmaliges Vor- und Zurückmanövrieren aus der Situation.
Um das von der Pflasterung abgetrennte Rasenstück mit in Robis Gebiet zu integrieren, habe ich zwei schmale Streifen der Steine vorsichtig entfernt (Gartenhandschaufel in die Fuge gefummelt und lange herumdrücken), das Kabel in den Sand gelegt, Löcher in die seitlichen, festbeonierten Rasenbordsteine gebohrt, Kabel durchgesteckt und alles wieder an den alten Stellen festklopfen.
Robi braucht gemäß Anleitung einen Korridor von mindestens 100 cm zwischen den Außenkabeln: ich habe zwischen Gartenhaus und Pflasterung nur 70 cm und dennoch taumelt Robi zielsicher da durch, stößt auf einen weiteren Rasenstreifen, mäht diesen (wie immer nur nach dem Zufallsprinzip) und torkelt irgendwann wieder durch den Korridor zurück aufs Hauptfeld. Perfekt.
Fazit: Robi macht seine Arbeit zuverlässig. Mein Rasen sieht konstant aus, wie frisch gemäht. Keine meiner Bedenken hat sich bewahrheitet. Rasenmäherroboter sind offenbar ausgreift. Sollte Robi mal nach drei Jahren kaputt sein oder gestohlen werden (wer macht denn  so etwas? 285 EUR inklusive Installationsmaterial... der Roboter hat also einen Neuwert von weniger als 200 EUR und nach einer Woche Einsatz sieht er eher nach 50 EUR aus mit seinen ganzen ehrenvollen Kratzern und Staubschichten. Dazu ja noch die Sicherung per PIN), hat er sein Geld für mich jedoch bereits dreimal wieder verdient. Drei Jahre Garantie sind zudem auch noch zur Beruhigung vorhanden. Akku und Messer natürlich ausgenommen. W-Lan, App, Zonen und diesen ganzen Tüdelüt und auch Ultraschallsensoren oder Vermessung für exakte Mährouten statt Zufallsprinzip vermisse ich null. Der interne Anstoßsensor und der Anhebesensor funktionieren perfekt.
Auch die filigranen Ersatzmesser (mit Schrauben) sind nicht wie von mir befürchtet teuer wie Druckerpatronen oder Markenrasierklingen: sogar drei (!) Austauschsätze, also neun Klingen plus stets mit auszuwechselnde Schrauben sind bereits beim Gerät mit dabei.
Das Begrenzungskabel habe ich mittlerweile (nachdem ich nun sicher bin, dass der Robi ein tolle Sache ist)  etwas genauer an die Kurven und Ausbuchtungen der Rasenflächen angepasst und verlängert (Kabel verlötet, Schrumpfschlauch drüber und selbstverschweissendes Silikonband herumgewickelt statt der beigelegten Quetschverbinder für maximale Zuverlässigkeit der Verbindung) und vielleicht werde ich das Rasenstück vor dem Haus, das direkt an die Straße angrenzt, auch noch integrieren (ich hoffe nur, dass der Postbote nicht unseren Robi anfährt). Lediglich ab und zu nehme ich den Kantenschneider zur Hand, um einige kleine Büschel an den Trampolinbeinen oder an anderen schwer zugänglichen Stellen zu korrigieren. 99,99 % der Flächen jedoch sehen konstant überwältigend supergepflegt aus. Da Robi täglich fährt, muss er immer nur einige, wenige Millimeterchen abmähen und mulchen. Daher sieht man keine Rasenreste. Top Empfehlung.

Nachtrag: Robi war heute leider etwas lauter als sonst. Herumgedreht und siehe da: eines der Messerchen war wegen Schmutz und Rasenresten fest und nach innen gedreht. Einfach den Schmutz weggefummelt und das Messer ist wieder außen. Unwucht somit in zehn Sekunden beseitigt, Rob ist wieder sonntagstauglich leise (sonntags nur manueller Start möglich, da Robi nur für Arbeit von Montag bis Freitag programmiert ist und sich dieses leider nicht ändern lässt).

Die Nikodama Sticky Blinking Eyeballs machen den LX790 sogar noch besser. Als wären diese sinnfreien, hightechverbrunzenden, per Bluetooth sich synchronisierenden Quatschdinger Augen genau für unseren Robi Rasenmäherroboter gemacht.

 

 

23.02.2020 Videoclip zum Konzert im Kulturpalast Dresden

Mit einem Selfie mit Nina Eichinger am Ende. :-)

 

 

 

12.01.2020 Dresdner Kulturpalast Sound of John Williams and Hans Zimmer

Nina Eichinger, das Pilsen Philharmonic Orchestra und Christian Schumann.


 




 









































Don't Ha Ha

Heewaa, heewaa! So come on, come on, come on!