Komme Auf Die

Dunkle Seite Der Macht!

Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen: Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.

Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß und die Geduld gibt Ruhe. Hermann Hesse (1877 - 1962)

This Is VaderBase

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17.10.2021 Rette die Katze im Tintenfischspiel

Die neuen Serien auf Amazon Prime und Netflix wecken selten mein Interesse, seit ich durch Breaking Bad meine Ansprüche so nach oben zerrüttet bekommen habe. Mr. Robot war mir zu stereotyp, Game of Thrones ist einfach nicht mein Genre und auf Homeland ging in späteren Staffeln spürbar die Luft aus. Love, Death and Robots faszinierte mich kurz ob der mitunter sehr echt wirkenden CGI und der zwanglosen Kurzgeschichten, die ohne das Korsett einer stringenten Fiktionsweltregel freiweg auch dünnes Erzählwerk bunt präsentieren durften. Diese billigen roten Jogginganzüge mit den Fechthelmen, auf denen Playstationsymbole sichtbar sind, die ein Takeshi's Castle veranstalten hielt ich für so etwas wie eine Mischung aus Mr. Robot Hackerkram und Die Tribute von Panem (gefiel mir auch nicht). Nun stieß ich aber auf einen lustigen Zusammenschnitt, der Tobey Maguires Spidermann mit dieser Riesenfigur, die mit Kameraugen auf ein Feld von Spielteilnehmern blickt, zusammenfügte: das weckte nun doch mein Intersse, da ich mir die Frage stellte, wie man aus diesem Spiele-Ohne-Grenzen-Aufbau eine tragfähige und glaubhafte (das bedeutet aber nicht gleich realistische) Geschichte erstellen kann. Flugs Netflix an und Squid Game gestartet... Wow. Der Protagonist ist ein spielsüchtiger Verlierer, 47 Jahre alt, durchaus clever aber etwas kindlich. Dann sehe ich, wie er eine dünne Straßenkatze füttert mit einem kleinen Stückchen vom Fisch, das er sich gerade noch so leisten kann. Da muss ich natürlich sofort an Blake Snyders "Save the cat!" denken und erahne eine gute Serie, denn wer sich auf die Grundlagen guter Ezählweisen versteht, beherrscht sein Handwerk (siehe als Gegenbeispiel Disneys Seqäul Star Wars). Kurz darauf erscheinen auch schon die von Snyder empfohlenen gut unterscheidbaren Charaktere auf der Bildfläche (Gangster mit Schlangentätowierung im Gesicht, dementer Opa, verschlagene, stille, junge Frau, starker, dunkelhäutiger Typ). Ich wurde in der ersten Folge nicht enttäuscht: es kommen viele wirkungskräftige Reminiszenzen auf den Bildschirm: Matrix (das klingelnde Telefon, erschreckend gut informierte, kühle Fremde), ein buntes, in der Farbgebung an Clockwork Orange erinnerndes Treppenhaus als erstaunlich teurer Practical Effect wie von M. C. Escher persönlich gestaltet, dazu Johann Strauss "An der schönen Donau", das seit Kubick ja mit  2001- A Space Odyssey fest verbunden ist. Kurz darauf im Fahrstuhl erscheint dem unehelichen Kind von Darth Vader und Dr. Doom ein Hal9000 und das Takeshi's Castle á la Chuck Norris im Truman Show Ambiente nimmt seinen faszinierend explosiven Lauf. Großartige erste Folge. Dicker Tipp Tipp von mir.

 

16.10.2021 neue Animation: das Label der Goldenen Schallplatte

die Unterschiede der Rasterung und Belichtung des Apollo 10 Fotos auf den Seiten 1 und 2 kommen als Nächstes.


 

11.10.201 Voyager Golden Record: unbeabsichtigter Volltreffer

Erst habe ich das orignale Apollo 10 Foto gefunden, das auf dem Label der Voyager Golden Record als Hintergrund benutzt wurde. Ich hoffte, damit eine bessere Gestaltung erstellen zu können, als es mit den recht unscharfen Bildern, die ich bisher gefunden habe, möglich gewesen wäre. Nun habe ich durch eine weitere Intensivsuche tatsächlich extrem hochauflösen Fotos gefunden, die jeden einzelnen Rasterpunkt des Labels genau und knackscharf zeigen. Nun ist auch meine Theorie des Schriftzugs bewiesen: es steht tatsächlich unter dem Nasa-Logo "National Aeronautics and Space Administration". Eigentlich war ich auf der Suche nach einer besseren Aufnahme des Deckels (das dunkle, zerkratzte Bild von Wikipedia ist zwar recht hoch aufgelöst aber leider sehr dunkel mit unscharfen Lichtausblühungen. "Ich werde diese Schallplatte nicht kaufen, sie ist zerkratzt!". Zudem ist es leider auch aus einer etwas schrägen Position heraus aufgenommen worden. Ich habe zunächst das Foto zentriert und die leicht gekippte Aufnahmeperspektive aufwendig korrigiert) und habe nach Bildern, die größer als 2MP sind gefahndet.



Nun bin ich aber in der Libary of Congress fündig geworden und habe exakt die Bilder erhalten, die ich eigentlicht mir selbst in den deutschen Museen vergeblich erhofft habe. Hier also die ultimativen Bilder (3913 x 3652 Pixel groß, also 14 MP und  13,4 MB) der Schallplatten:



 

09.10.2021 Voyager Golden Record Recherche

Am 18.09.2021 kam um 10:05 Uhr auf Deutschlandfunk die wöchtentliche Folge der Sendung "Klassik-Pop-et cetera". Ich höre während meines samstäglichen Einkaufs, den ich hübsch FFF (Fatis For Future)-gerecht stets mit dem Fahrrad mit Packtaschen und Stoffbeuteln am Lenker absolviere, gerne diesen Sender, der mich auch stets morgens beim Sport vor der Arbeit und auch beim Heimweg begleitet. Ein einziger Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer lässt noch genug Interaktion mit der Umwelt zu. Während normalerweise mir unbekannte Personen aus Kunst und Kultur eine Stunde lang langweilige Anekdoten erzählen zu langweiliger und bisweilen schrulliger Musikauswahl gingen mir an diesem Tag die Ohren über: die Dame wurde vorgestellt als die Sängerin, deren einzigartige, aus echter, persönlicher Kränkung herovgegangene,  tatsächlich wutenbrannte Darbietung der Arie "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen" aus Morzarts "Die Zauberflöte" als extremste Flaschenpost des Universums an Bord der Sonden Voyager 1 und 2 für immers durchs All rast. 23 Milliarden Kilometer ist Voyager 1 (Edda Mosers Zitat "Ich war oft unendlich einsam" passt hier auf frappierende Weise) zuerst startete Voyager 2 am 20.08.1977, dann später am 05.09.1977 Voyager 1. Die spätere gestartete Voyager 1 hat dann aber Voyager 2 überholt) schon von der Erde entfernt. 17 km pro Sekunde. Wow. Edda Moser ("klang wie eine nicht mehr ganz so junge Sängerin am Mikrofon des Deutschlandradios. Das berühmte Musikstück kam mir dann auch tatsächlich ja bekannt vor. Dann gab es einige weitere Klassikstücke, dazu aber auch die Beatles ("Sgt. Pepper‘s Lonely Hearts Club Band") und das schreiend komische
"Frühlingslied (Tauben vergiften)" von Georg Kreisler. Lustige Erzählungen (wie die Rolle als), tragische Schilderungen (Tod des Vaters) und mit Verve und Wortwitz vorgetragene Kritik an "Sängern" wie Udo Lindenberg, dessen Genuschel als Unfähigkeit, Konsonaten zu atikulieren umschrieben wird, wechselten sich ab. Frau Moser bekam am 02.10.2019 das Bundesverdienstkreuz verliehen vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Auch Udo Lindenberg bekam auf dieser Veranstaltung das Bundesverdienstkreuz... Diese Stunde verging wie im Flug und die Energie und der Witz sprühten einzigartig durch den Äther. Ich war elektrisiert. (Ein abschreckendes Beispiel, wie es auch geht, kam am 02.10.2021... Die Folge von Jorinde Voigt wirkte auf mich leider furchtbar anstrengend und verkranpft. Ich wußte bis dahin nicht, dass eine deutsche Interpretin auf der Voyager Schall- und Bildplatte verewigt wurde. Da Edda Moser zudem in der Nähe von Bonn lebt, war flugs die Idee geboren, eine Kopie der Vogager Golden Record mit einem Autogramm von Frau Moser zu schmücken. Also musste eine Schallplatte her: aus den USA kam innherhalb von vier Tagen (Sonntagabend bestellt, Montag versandt, Donnerstag auf der Terrasse) ein schönes Set mit drei Vinylplatten (die originalen beiden Plattenseiten werden mit geringer Geschwindigkeit von 16 2/3 Rpm statt 33 1/3 Umdrehungen abgepielt). In Australien gibt es zudem eine Dame (Eclipse9 Laser Custom Laser Engraving and Designs) auf Etsy, die Repliken der Platten und Deckel erstellt aus gelasertem Aluminium. Aber leider sind die "laser etched in amazing detail" Angaben nicht korrekt, da Eclipse9 Laser Custom offenbar die Bilder dieser Seite als Referenz herangezogen hat (oder die Verfasser von Gigazine.net oder genauer gesagt The Verge Science haben die Platte von Eclipse9Laser erhalten und im Video benutzt. Tja, wohl eher so herum...). Das kommt vor... auch die "Replik" des Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig ist eher weit entfernt vom Original.  Zunächste wollte ich darauf vertrauen, dass ein Hersteller solcher Ikonen sich die Zeit nimmt, die wenigen Details genau zu replizieren. Aber dann wurde ich, kurz vor dem Bestellen, darauf aufmerksam, dass die Schritt der Schallplatte nicht zentriert wirkte. Eine Überprüfung ergab, dass beim Original einige Buchstaben tatäschlich auch nicht mit den konzentrischen Kreissegmenten zentriert waren. Aber leider fiel mir dann auf, dass die Abweichung zu stark war. Zudem war die Schriftart der Angabe "Side 1" sowie "United States of America" nicht korrekt (sie wurde bei der "Replik" einfach mit der gleichen Schrift erstellt, aus der auch der "The Sounds of Earth"-Schriftzug besteht.). Ja, und wenn ich erst einmal loslege mit den Details...: unter dem Nasa-Logo ist im Original noch mehr Schrift (fehlt bei der Replik völlig). Auch fehlt bei der Replik das wolkige Bild der Erdkugel komplett. Im Original bildet sich die Schrift zudem dadurch, dass die Bereiche der Buchstaben glatt bleiben und das gerasterte Erdballbild drumherum rau ist. Die Spirale zwischen Etikett und den Rillen ist falsch (nur Kreise), die Rillen sind nur grob angedeutet als Spirale, der Schriftzug "To The Makers of Music - All Worlds All Times Side 1A" ist im Original per Hand eingeritzt aber beider Replik maschinell geschrieben, auf dem Deckel ist der Tonabnehmer aus anderen geometrischen Formen erstellt als bei der Replik und schließlich ist bei der Replik der Kreis der Platte durch die Zeichnung des Tonabnehmers hindurchgezogen. Das muss besser gehen...



Die Schriftart von "The Sounds of Earth" wird mit derm Font "Baskerville Old Face" gut imitiert. Die klassische "Futura ND Bold" trifft sehr gut die Texte "United States of America" und "Side 1". (Futura was originally designed between 1924 and 1928 by Paul Renner, a profi writer on typography, and director of the Master School for German Printers in Munich between 1927 and 1933.). Das "Satellitenbild" im Hintergrund ist tatsächlich keine Satellitenaufnahmen sondern natürlich eine Aufnahme von Apollo 10 (AS10-34-5013 (18 May 1969) --- A view of the Earth from 36,000 nautical miles away as photographed from the Apollo 10 spacecraft during its trans-lunar journey toward the Moon. While the Yucatan Peninsula is obscured by clouds, nearly all of Mexico north of the Isthmus of Tehuantepec can be clearly delineated. The Gulf of California and Baja California and the San Joaquin Valley can be easily identified. Also, the delta of the Rio Grande River and the Texas coast are visible. Note the color differences (greens - east, browns - west) along the 100 degrees meridian. The crew members on Apollo 10 are astronauts Thomas P. Stafford, commander; John W. Young, command module pilot; and Eugene E. Cernan, lunar module pilot. Astronaut Young remained in lunar orbit, in the Command and Service Modules (CSM) "Charlie Brown", while astronauts Stafford and Cernan descended to within nine miles of the lunar surface, in the Lunar Module (LM) "Snoopy".).



Ich habe zunächst versucht, brauchbare Bilder der Schallplatte zu finden, war aber nicht erfolgreich. Dann kontaktierte ich zwei Museen in Deutschland, von denen in Wikipedia behauptet wird, sie würden die Schallplatte ausstellen ("Duplikate: Neben den beiden Platten, die mit dem Voyager-Programm versandt wurden, befinden sich Duplikate in verschiedenen Museen. Darunter zum Beispiel im Museum für Kommunikation Frankfurt, im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig"). Aber in Frankfurt ist gemäß Digitaler Objektdatenbank leider nur die Mechandiseversion, die ich ja bereits habe, zu finden unter der Inventarnummer: 4.2017.184. Auch in der Deutschen Nationalbilbliothek / Deutsches Buch- und Schriftmuseum Leipzig gabe es entgegen der Eintragung im Katalog statt der Replik der "analogen Datenspeicherplatte, vergoldeten Kupferscheibe mit analog gespeicherten Bildern und Tönen" leider nur die korrekt bezeichnete Abdeckung ("Cover") dieser Schallplatte. Eine Enttäuschung.
Zur Unterstützung meiner Recherche habe ich mir nun Jonathan Scotts Buch "The Vinyl Frontier -  The Story of Nasa's Interstellar Mixtape" (erschienen im Bloomsbury Verlag) sowie Edda Mosers Biographie "Ersungenes Glück: Erinnerungen und Gespräche" besorgt. Eine intensivere Suche nach Bildern brachte einige Detailaufnahmen, die ich perspektivisch korrigierte und nachschärfte sowie aufhellte , um hier aus verschiedenen Aufnahmen Informationen zu gewinnen. Die Schriftzüge unter dem Nasa-Logo konnte ich anhand des Nasa Graphics Standards Manual plausibilisieren. Das Bild im HIntergrund des Record-Labels habe ich erst anhand von Satellitenaufnahmen gesucht aber schließlich bin ich auf die Apolloaufnahmen gestoßen. Diese eine Aufnahme habe ich dann skaliert, gedreht und ein wenig verzerrt, damit es auf die Fotovorlagen passt.
Dennoch habe ich nun schnell die Replik aus Australien bestellt, um hier das golden glänzende Material (eloxiertes Aluminium in Dibondausführung -also Verbundplatten- ) besser in Augenschein nehmen zu können, da hier in Deutschland bisher noch keine entsprechende Lösung gefunden werden konnte, von den Lasergravuranbietern, die ich kontaktiert habe. Zunächst werde ich hier daher eine (korrekte) Version aus von hinten gelasertem Acrylglasspiegel erstellen lassen. Mal sehen, wie es wird.

Die von Frank Drake, Carl Sagan und Lindas Salzman Sagan erstellte Pulsar Map (hier eine kurze Erklärung) ist auf der "Replik" ebenfalls fehlerhaft. Ich weiß, daß das niemandem auffällt. Aber was soll ich tun? Wie ich sehe, scheint die Landkarte von den Pioneer Missionen 10 und 11 übernommen worden zu sein und selbst das Original ist nicht ganz ohne Zweifel, die sich über verschiedene Aspekte erstrecken.

Eine Platte aus Kupfer, die anschließend vergoldet wird, wäre natürlich ideal, aber das überschreitet leider die Möglichkeiten. Die Rillen selbst sind per Laser kaum korrekt darstellbar, Vinyl oder vergoldetes Vinyl ist schlecht zu lasern wegen der entstehenden Schadstoffe. Eine Möglichkeit ist, per Tonertransfer das Etikett aus eine Aluminiumscheibe aufzutragen, dann mit Natriumhydroxid ein Relief zu ätzen und dies Aluscheibe in eine echte Vinylplatte einzusetzen mit 2K-Kleber. Anschließend alles vergolden mit dem Vakuumverfahren.








 

 

05.10.2021 The Shining Darth Vader Bar Scene


 

26.09.2021 Galaga 88 Pc-Engine

Jede Dimension ist bunter, knalliger und wuseliger. Das habe ich auch in den quietschbunten, überladenen Titelbildern der Videos ausgedrückt.









 

19.08.2021 Live Übertragung

 


Die Werke von Frank Kunert ("Zwischen Lifestyle, Groteske und Metaphysik") sind extrem faszinierend: handwerklich perfekte Miniaturen setzen bissig ironische und gleichzeitig auch höchst poetische Bilder in Szene. Diese neudeutsch "Practical Effects" genannte, vermeintlich anachronistische Vorgehensweise ist unvergleichlich nicht nur in diesen digitalen Zeiten. Wer jedoch überzeugende Wirkungen sucht, vertraut auch heute noch praktischen Effekten, Miniaturen und menschengesteuerten Puppen: Christopher Nolans Meisterwerk  "Interstellar" hat dieses eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Frank Kunerts Werk "Live-Übertragung" aus dem Bildband "Wunderland", das eine Toilette zeigt, deren Abflussrohr direkt im guten alten Röhren-TV (Wortspiel beabsichtigt) endet, wurde jüngst um einen eine Katze auf dem Arm tragenden Frank Zappa ergänzt. Von dort ist es nur ein kleiner Schritt, um die Qualität der Star Wars Sequäls, die auf Geheiß von Kathleen Kennedy auch Ruin Jonhsons... Feder entsprungen sind, zu visualisieren.

 

 

 

21.06.2021 Darth Vader #ÄrmelHoch Execute Order 66 to Covid-19

 


Execute Order 66 to Covid-19! Because the virus is not as forgiving as I am.

 

 

20.06.2021 Rammsteinkuchen Video fertig

 

 

 

18.04.2021 Sie sind vielleicht der Meinung unfair behandelt zu werden...

Kurz vor Wiehnachten kam der Auftrag zum Bau eine Mikrofonverstärkers, direkt nach Weihnachten war das Gerät fertig und ging in der Versand ohne Tracking, da sonst die Kosten nur für den Versand höher wären als für das Gerät. Am 6.1. (!) schon erste Nachfrage des Kunden. Am 5.2. erneut, am 7.2 wurde das Versanddatum in Frage gestellt, am 24.2. erneut mit Androhung eine Paypalfalls (ich habe sofort zurücküberwiesen). Alle Versanddokumente wurden bereits im Januar zur Verfügung gestellt und auch bereits im Januar habe ich das Angebot gemacht, gerne das Geld sofort  zurückzuüberweisen, bis der Kunde das Gerät hat. Das ist für mich ja kein Geschäft, sondern nur Spaß. Corona hat für Verzögerungen gesorgt ohne Ende bei USA-Sendungen zu der Zeit. Dann besitzt der Kunde die Unverfrorenheit, mich selbst nach der Paypaldrohung um Unterstützung oder eine erneute Zusendung zu bitten. Schließlich kam das Paket im März an. Der "Kunde" hat das Geld erneut überwiesen (erneut mit Käuferschutz, vielen Dank) und gleich mit angemerkt, dass er eine "Störgeräusch im Betrieb" hören würde (das klingt nach Ärger durch einen technischen Laien, der die Parameter wieder einmal nicht so einstellt, wie ich es ihm aufgeschrieben habe und den Betrieb durch die Übersteuerung praktisch verhindert). Ich habe es erneut zurücküberwiese und die Geschäftsbeziehung professionell diplomatisch beendet: "Thank you so much for the offer to send the money for the MV-1. I appreciate you taking the time to consider me. After much thought, I’ve decided that now is not the best time to maintain this business relation. Thank you for your time and support."


04.04.2021 Rammsteinkuchen

Eine schwarze Kugel soll es sein. Mit Rammsteinlogo, Lichtdom und vor allem: einem Rammstein-R (das aus dem Logoschriftzug) im Kuchen. Das 'R' soll ähnlich wie wie bei einem Herzkuchen in den Kuchenstückchen erscheinen (heller Zitronenkuchen in dunklem Schokokuchen). Dar 'R' ist flächig und sollte klappen, das Logo selbst ist zu filigran für Kuchenteig. Also her mit einer Rammstein-Keksausstechform. Der originale Ausstecher aus dem Rammsteinshop ist nicht tauglich, da er nur ein Kreuz aussticht und das Logo nur prägt. Also mache ich mir einen Keksausstecher selbst. Anleitung  angesehen, verzinktes Lochband mit extrabreiten 25 mm und 0,75 mm Dicke bestellt. 'R' vektorisiert, ausgedruckt mit 70 mm Breite und das Lochband in Form gebogen mit der Kombizange. Ecken sind eher rund, nicht so schick. Neuer Versuch: mit Seitenschneider ersteinmal die Knicklinie vorbereitet. Wieder nicht so toll, zudem ist an einer Stelle mit den Löchern das Band durchtrennt worden beim Biegen. Also ab in die Werkstatt, neuer Versuch: Ecken diesmal am Schraustock rechtwinklig gehämmert. Bei eng nacheinander folgenden Biegungen ist auch hier wieder Essig. Keine sauberen Kanten und die Geraden sind auch noch krumm geworden durch Hämmern und Biegen. Ich überlege, das 'R' auszudrucken, auf Pappe zu kleben, auszuschneiden und dann auf den flachen Zitronenkuchen (eine Backmischung aufs Kuchenblech statt in die Kastenform) zu legen um mit ein paar geraden Schnitten einfach das 'R' auszuschneiden statt es auszustechen. Sollte gehen, da die Geometrie simpel ist. Also gebacken, ausgeschnitten und einen ganzen Stapel Kuchenrammstein-R-Buchstaben erstellt. Halbkugel (20 cm Durchmesser)  mit den Kuchen-Buchenstaben gefüllt. Mist. Wenn ich die Buchstaben im Kreis lege, sind große Lücken dazwischen. in einer Reihe legen könnte helfen für ein, zwei Sektionen des Kuchens, aber das gefällt mir nicht. Also schneide ich ein paar R-Kuchenbuchstaben keilförmig, um die Lücken aufzufüllen. Der Radius ist nun Zufall und es sieht mies aus. Also nächste Idee: bei den Stukateuern habe ich gesehen, wie hier mir Gips und Rotationsschablonen tolle Formen entstehen können. Also könnte ich vielleicht eine Schablone aus Metall oder Holz schneiden, im Kreis rotieren lassen und mit Gips eine Kuchenform erstellen. Leider verjüngt sich die Form des 'R' und somit könnte eine Kuchenform aus Gips nicht funktionen, da ich den Kuchen nach dem Backen nicht mehr aus der Form bekäme. Mehrteilige Form oder doch eine Form aus Silikon? Es wird kompliziert...
Neuer Ansatz: manche Fertigbackmischungen und auch Brownies haben ja eine kleine Pappbackform dabei. Mit Pappe kenne ich mich nun gut aus seit der Discovery aus 2001- A Space Odyssey, die ich komplett aus Papier gebaut habe. Das ist dann auch reproduzierbar und bedeutet, dass ich die Form zerschneiden kann, um den Kuchen aus der Form zu lösen. Also los geht's: Die Halbkugelnackform hat einen Durchmesser von 200mm, der Buchstabe ist an der Unterseite 70mm breit. Etwas Abstand zur Seite ist notwendig, zu klein soll der Buchstabe aber auch nicht sein. Also erst ein Zylinder in der Mitte mit 30 mm (Länge des Streifens, also Umfang des Bodenkreises 94,45 mm), Höhe 53 mm. Dann die Einkerbung für das 'R': 16 mm hoch, rechtwinklig. Easy soweit. Jetzt wird's kniffelig: 7 mm Abstand, 18 mm schräge Seitenlänge (genauer gesagt exakt 17,464 mm nach Pythagoras bei 16 mm Ankathete, 7 mm Gegenkathete). Also dachte ich: kein Problem, Radius oben  46 mm, Radius unten 53 mm, Höhe 16 mm ergibt 17,464 mm Länge, die ich einfach als unteren Radius nehme, damit das passt. Fehler. Irgendwie passt das schon, aber die Schräge klappt nicht. Wenn ich dann aber den Ring aufschneide und ineinanderschiebe, kommt die Schräge zum Vorschein. Hm, wie war das noch... Kegelstumpberechnung der Abwicklung... ui, ui, ui. Aber hier ist die Hilfe: Online-Konusberechnung des "rmc-sachsen". Das Beste ist: der Schnittbogen wird gleich ausgedruckt. Genial.
Jetzt noch die Außenseite (untere Schräge des 'R') und es kann in die Backstube gehen...

05.04.2021 Der bekackte Uhu-Kleber löst sich bei 160 Grad auf. Ich habe den Außenring samt Boden mittig teilbar geschnitten vor dem Backen, um die Chance auf eine Wiederverwendung zu erhöhen. Die Schnittkanten habe ich mit Teasfilm fixiert. Flugs bei 160 Grad probeweise in den Backofen gestellt, um zu sehen ob das Papier kein Feuer fängt und der Tesafilm sich nicht wellt oder kräuselt. Nichts davon zu sehen nach zehn Minuten, also logs geht's. Form einbuttern und mehlen (ich habe vorher ein Stück Pappe probweise eingefettet, alles fein). Dann aber im Backofen: die Schnittkanten werden undicht, Tesafilm hält nicht, der Teig suppt heraus, der Kuchen fällt in sich zusammen, Ausdruck löst sich von der Pappe...
Jetzt verstehe ich, warum diese Pappkuchenformen, die bei einigen Fertigbackmischungen dabei sind, nur zum Zusammenstecken sind. Jeglicher Kleber und nahezu jedes 3D-Drucker-Filament ist bei 160 Grad perdu. 2-Komponentenkleber, Hochtemperaturkleber, Silikonkleber, Sekundenkleber und Heißkleber scheiden aus, da giftig, blöde zu verarbeiten mit Papier oder eben empfindlich gegen Temperatur und Feuchtigkeit. Also muss eine Steckverbindung her. Also nochmal an CorelDraw/ illustrator ran und weiter geht's.

11.04.2021 Hier die Pläne zum Ausdrucken als .pdf: Bodenplatte, gerade Wände und innere Schräge sowie äußere Schräge. Irgendwo gab es ein paar Ungenauigkeiten der Positionierung der Laschen an den Schrägen um einen und auch mitunter um zwei Millimeter (was bei einer Lücke zwischen den Schnitten von 2,175 mm lleider total desatrös ist), die ich manuell dann korrigiert habe. Mit einer Minitackerzange kann ich dann die Backform endlich stabil und vor allem ohne jeden Kleber zusammenbauen.

 

18.04.2021 Hier ein paar Neuerungen. Statt Kleber nutze ich Laschen und eine schmale Rapid Heftzange S51 mit winzig kleinen, verzinkten 21/4 Heftklammern.  Die gewölbte Oberseite wollte ich mit einem Kuchenschneiderdraht gerade abschneiden. Neue Plan: den Kuchen so backen, dass er bis an den Deckel der nun neu geschlossenen Kuchenform aufgeht, damit eine feste, dunkle Kruste rundherum vorhanden ist. Aber der Kuchen läuft immer noch manchmal durch manche schmale Schlitze (wenn ich etwas ungenau geschnitten habe)- damit ich jedoch die richtige Teigmenge ermitteln kann, muss das Auslaufen verhindert werde. Erster Versuch: Außenring hockbiegen und festtackern. Das hilft eher mäßig. Nächste Idee: zwei Schichten Aluminiumfolie um die Form wickeln, damit nichts mehr auslaufen kann. Der Außenring hilft sehr, die Folie fest anzubringen. Perfekt.
Zwei Backformen gleichezeitig im Ofen. Eine bis zur Oberkante des unteren Außenrings gefüllt. Die andere Form mit dem Rest aufgefüllt. Schade, zufällig sind bei gleich hoch befüllt. Also auf die zweite eine Steinplatte gelegt, damit der Kuchen bis zur Oberkante aufgeht. Ergebnis ist super. Aber vielleicht könnte noch ein wenig mehr Kuchenteig die Form besser ausfüllen (es sah etwas eingefallen an den Seiten aus) und eine dünnere Abdeckung aus Blech (Boden einer Springform) könnte für eine bessere Kruste sorgen. Dritter Versuch: ein Zentimeter mehr Kuchenteig. Resultat: Teig quillt aus der Form trotz Deckel und Beschwerung mit Springform. Obere Schräge abgeschnitten, in eingefettete und gemehlte Halbkugel gelegt und gedreht, damit die Kante in der Form sichtbar wird. Dann mit Schokokuchen bis zur Kante aufgefüllt, Rammstein-R-Kuchen hineingelegt und den Rest des Schokokuchenteigs verteilt. Springformboden (leider Beschwerung vergessen) oben drauf. Resultat: Kuch kam etwas schräg hoch und leider habe ich keinen Stäbchentest gemacht, um zu schauen, ob alles gar ist. Unten war noch Teigsuppe vorahnden. Schweinerei. Nächstes Mal: statt einer kleinen Doppelwandschüssel als stabilisierenden Untersatz der sonst wackeligen Halbkugel nur einen Metallapfelschneider (weniger Isolation gegen Wärme), Deckel beschweren und länger backen mit Stäbchentest. Dann sollte es passen.

 

07.03.2021 SNES mini Classic Reloaded

Die Dreamcast habe ich zum Laufen bekommen, es gab ein paar Schwierigkeiten mit den passenden Bios-Dateien (die hash-Werte und Dateigrößen von dc_boot.bin (2048kb) e10c53c2f8b90bab96ead2d368858623, dc_flash.bin (128kb) 0a93f7940c455905bea6e392dfde92a4 und ggf. naomi_boot.bin (2048kb) müssen absolut genau passen, sonst wird das nix und auch muss eine Datei umbenannt werden von dc_bios.bin in dc_boot.bin. Eine Erweiterung zur Anzeige von Hashwerten im Windowsexplorer war für mich nötig, um hier die richttigen Dateien aufzuspüren) im einzurichtenden, per ftp-Upload zu erstellenden Ordner. Auch der der Wechsel von Reicast zu FlyCast und wieder zu Reicast brachte erst den Erfolg. Leider ruckelt erwartungsgemäß jedes Spiel, das ein wenig oder auch viel 3D-Grafik beinhaltet (Crazy Taxi, Border Down, Ikaruga, Virtua Tennis 2, Soul Calibur) in einem unerträglichen Maße. Nur 2D-Kampfspiele wie Marvel vs. Capcom 2 laufen gut. Aber auch Chu Chu Rocket ist erträglich. Immerhin. Der Rest ist nur ein Achtungserfolg. Die PSX/ Playstation 1 wollte so gar nicht laufen, aber ich hatte es verbockt: die passenden Bios-Files (scph5500.bin, scph5501.bin und scph5502.bin) liessen sich einfach nicht mehr hochladen ins Gerät. Es kam eine Fehlermelderung (keine Rechte oder so), die aber keinen Sinn ergab, da ich bereits vorher die Neo Geo Bios Dateien erfolgreich hochgeladen hatte. Die Lösung: ich hatte den NAND Speicher der Konsole mit Spielen vollgeladen bis zum Anschlag (als ich noch nicht die USB-Speichererweiterung nutzte) und dann noch weitere Cores installiert bis sie einfach voll war, die kleine Wunderkiste. Also flugs alle im Gerät gespeicherten Spiele gelöscht und dann klappte auch die Installation der Bios-Files der Playstation 1. Ich kam erst drauf, dass etwas da nicht stimmen konnte, da ich las, das PSX-Spiele auf der SNES mini classic auch ganz ohne zusätzliches Bios laufen, aber eben nur sehr langsam. Dann erst merkte ich, dass die spätere Installation des PCSX Rearmed Neon Cores gar nicht erfolgreich war und erst nach dem Löschen der Spiele im Gerät korrekt als installiert angezeigt wurde. Die Playstation 1 war zunächst nicht interessant für mich, da ich keine spannenden Spiel darauf kannte. Dann aber erfuhr ich davon, dass eine per hakchi und Retroarch modifizierte SNES mini tatsächlich die alten PSX-Spiele besser spielt als die originale Playstation mini. Ehrgeiz betritt den Ring. Schlussendlich sind einmalige Titel wie Tekken 3, R-Type Alpha, Gran Turismo 2 und You Don't Know Jack Deutsch aber alle Mühen wert. Der Ablauf ist weniger komfortabel: erst aus dem Zip-Ordner die -cue Datei in Hakchi per Drag & Drop ziehen, dann das Spiel im Windows Explorer per hakchi öffnen und in diesen Ordner erst dann die .bin Datei ziehen. Seltsam, aber geht. Die sehr komplexe Amiga Installation inklusive der jeweiligen Script- und Abänderungsarbeiten aber schreckt mich unverändert ab und es gibt auch keinen Titel auf den Amiga, den ich unbedingt auf der SNES mini haben müsste. Shadow of the Beast sieht gut aus, aber spielt sich wie Müll. Die wenigen Titel, die ich mal wieder spielen wollte, habe ich auf dem Sega Megadrive gefunden (Turrican [leider nicht so schön wie auf dem Amiga], Xenon II Megablast [diesen Shooter aber nur als abschreckendes Beispiel]).
Das Automatenoriginal von Zaxxon habe ich nie mit Ton zum Laufen bekommen und nun hat auch das originale Space Invaders keinen Ton (oder besser: keinen kompletten Ton). Die Konsolenversionen stinken alle ab gegen das Original (PC-Engine, PSX, SNES etc.) und ich wollte schon das echte Arcaden Space Invaders haben. Man muss hier aber ein Sample-hmod installieren und dann die .zip Datei mit den Samples (separat für jedes Spiel) per ftp im passenden samples-Unterordner des passenden Mame-Emulators (für eine 0.139 Mame Version eben unter Mame 2010) ablegen. Dann läuft auch Zaxxon mit Ton und Space Invaders mit allen Tönen (vorher nur mit dem Ton für das Extratraumschiff, das oben den Bildschirm überquert. Wenn das ansteigende Stampfen mit zunehmend dezimierter Invaderanzahl nicht ertönt, fehlt doch sehr viel von der Stimmung dieses Klassikers). Ein paar Modifikationen der Steuerung waren auch noch notwendig bei einigen Titeln und Arkanoid ist leider nicht spielbar, da der analoge Drehregler einfach nicht gut per Originalsoftware zu emulieren ist an einem Digitalpad (jeder Tastendruck lässt den Schläger in Arkanoid mit Höchtgeschwindigkeit flitzen und eine Positions- oder Geschwindigkeitskontrolle ist nicht möglich). Die deutlich schwächeren Versionen von PSX und SNES gehen zwar auch, aber schade ist es trotzdem. Jurassic Park weist ein paar Glitches aus, die Amped Version des Emulators gibt alles und Rat Mobile (mit Sonics erstem Auftritt als Rückspiegelanhänger) sowie Power Drift liefen leider nie gut spielbar. Alles in allem war das recht viel Spaß, die SNES mini Konsole so zur eigenen Arcade hochzurüsten.

 

21.02.2021 Nintendo Classic Mini Super Nintendo SNES
ein Traum wird wahr dank hakchi CE und retroarch

ZUnächst war da die Idee, den Kundenwarte- und Vortragsraum auf der Arbeit mittels einer Kooperation mit dem  Oldenburger Computer Museum mit einem Retro-Spielautomaten auszustatten. Der Automat würde dann für Kunden aber eben auch für Kollegen zur Verfügung stehen. Die Kunden sind begeistert ob der Innovation und alten Erinnerungen und die Kollegen können (in den Pausen) um den Highscore kämpfen. Zudem würde das Computermuseum samt kollossal genialer Arcade mit Dutzenden liebevoll gepflegten Flippern und Automaten aus 50 Jahren Spielhallenhistorie mehr in Fokus der angemessenen Aufmerksamkeit rücken. Das wurde zunächst einmal nichts aber die Idee blieb präsent. Auch die Idee, mit Mario Kart Live Home Circuit Autos über die im Teppich auf tausenden Quadratmetern bereits vorgefertigten, grünen Wege zu flitzen per computergstützer Erweiterung der Realitätswahrmehmung ("augmented reality") scheiterte sowohl am Preis (jeder Spieler braucht das Kart für 100 Euro und eine ganze Switch Konsole für 320 Euro, bei vier Spielern gleichzeitig sind das mal schnell mehr als 1.500 EUR Investition für eine Runde Mariokart...) als auch an der verstörend limitierten Technik des Mario Kart Live Home Fahrzeugs, die nur per Bluetooth wenige Armlängen Funkdistanz zuverlässig überbrückt. Während ich also mit Hobbydrohnen und Funkverbindung wie Ocusync über mehrere Kilometer (!) Drohnen fliegen lassen kann, ist beim Autochen von Nintendo dank Bluetooth nach wenigen hundert Zentimetern Feierabend. Das reicht sicher für ein Wohnzimmer, aber für unseren Zweck (mehrere hundert Meter Rennstrecke) leider nicht.
Das Mariokartthema brachte mich dann aber auf die SNES mini Konsole. Die ist winzig klein, niedlich, schnell aufzubauen und hat bewährte, robuste Controller in perfekter Nintendoqualität. Die Controller sind beim C64 mini beispielsweis ein neuralgischer Punkt, da sie viel schwächer sind als die unzerstörbaren 80er Jahre Competition Pro und gerade beim C64 Joystick mit nur einem Knopf ja die Beanspruchung viel höher ist als beim 8-Knopf-Controller von Nintendo. C64 Spiele sind aber auch zu sehr retro und machen auch wegen der rudimentären Grafik und Geschwindigkeit wenig Spaß im Vergleich zum reinen Spielsystem á la Nintendo. Die Spielauswahl des SNES mini wurde leider offenbar von einem Praktikanten anhand gegoogelter Ranglisten vorgenommen: nur 21 Spiele auf der Konsole sind integriert (toll ist natürlich, dass nicht mehr diese unhandlichen Module gelagert, bepustet und umgesteckt werden müssen) und es sind nicht alle Spiele von hervorragender Qualität. Ein paar sehr gute, aber auch ein paar mäßige sind dabei. Vielleicht aufgrund von Lizenzrechten fehlen aber auch ein paar Meilensteine. Schade, Platz genug wäre für locker 200 Spiele (Super Mario Land hat z.B. nur 0,3 MB Speicherbedarf, Donkey Kong Country 2,5 MB) bei 512 MB Speicher. Kurios: NES Spiele (also dies Vorgängers) brauchen nur homöopathische Speichermengen: Super Mario Bros. gibt sich mit 0,03 MB (30 kB) zufrieden. Mit NES-Spielen könnte man also den Onboardspeicher des SNES mini kaum füllen, das wären abertausende von Spielen. Irre. Mariokart ist aber zum Glück ja auf dem SNES mini installiert und auf Super Mario Land passt schon. Dazu noch Super Street Fighter II und einige Stunden Spaß mit Kollegen sind garantiert. Also her mit dem gebrauchten Gerät für weniger als 100 Euro. Nach einiger Zeit jedoch stoße ich auf die Modifikationen, die hier offenbar sehr einfach und risikolos vorzunehmen sind (und daher sicher von Nintendo antizipiert wurden): eine Emulation von anderen Konsolen und Automaten. Ich erinnere mich an ruckelige C64-Emulatoren aus sehr frühen PC-Zeiten und an die Berichte, dass diese Pandora-Konsolen randvoll sind mit vielen, schlechten Titeln und zudem auch mit Rucklern und Ton- und Steuerungsproblemen zu kämpfen haben. (Dazu sind die Pandoraboxgerät eher hässlich und die Controller riesig und laut. Flugs hakchi installiert, Firmware geflasht und per Drag and Drop ein paar SNES-Titel hinzugefügt. Wow. Parodius (das habe ich damals als Japanimport für sagehnhafte 140 DM gekauft und musste dazu noch einen Pal-Konverter kaufen) und Super Mario All Stars laufen einwandfrei. Jetzt noch weitere Cores (mame, neo geo, n64, megadrive) und ein Bios (neo geo) installiert, dazu eine Speichererweiterung hinten ans Kabel geflanscht (rechtwinkligen OTG Host Adapter + USB-Stick), ein paar Helferleinmodule wie den RA ZRam Crash Inibitor, den C8 Error Deterrent und den Xtreme Virtual Ram! (alles unter KMFD Xtreme) und los geht's: Neo Geo und PC-Engine laufen jetzt auf dem kleine Gerätchen genauso wie C64, Sega Megadrive, NES, N64, Jamma/ Mame Spielhallenplatinen und Atari 2600. Wahnsinn. Mein Traum wird wahr. Was habe ich damals vom PC-Engine/ Turbografx geträumt, als ich den Test von Galaga 88 in Happycomputers Powerplay (immer und immer wieder) las. Aber als Schüler waren damals 500 DM für die Konsole und 100 Mark für ein einziges Spiel völlig utopisch ud absurd. Damals hatte mein C-64 (bei dem die Spiele wenigstens gratis 'erhältlich' waren aufgrund der Disketten statt der Module) nur insgesamt 16 ekelhafte Farben zur Auswahl (u.a. margarinegelb, lachsrot, giftgrün, aschgrau, dämmerungsgrau und gewitterwolkengrau) und acht winzige, klobige Sprites (bewegte Objekte) gleichzeitig. Da waren 512 (davon 482 gleichzeitig darstellbar) Farben und große Sprites in hoher Anzahl ein echte Offenbarung. Auch mein Amiga, der auf den C-128 D folgte, konnte da nicht mithalten, was die Action anging (auch nur acht Sprites wie der C64, aber mit Copper und Multiplexing ähnlich dem legendären Rasterzeileninterrupt des C64 (Armalyte ist hier  mit  unfassbaren 30 Sprites das technisch und spielerisch beste Spiel aller Zeiten) ging auch mehr mit argen Abstrichen bei der Qualität der häufig flackernden und ruckelnden Darstellung. Dazu eine Palette mit 4096 Farben (aber wieder nur 16 bis 32 gleichtzeitig darstellbar), aber das Ruckeln und Zuckeln war bei Actiontiteln nicht auszuhalten). Der Bericht in der Power Play 10/88 hat sich so in meiner Erinnerung festgesetzt, dass ich bis gerade eben dachte, Galaga 88 sei ein exklsiver Titel der PC-Engine. Nun lese ich aber heute, 33 Jahre später, in dem Artikel, dass R-Type und Galaga 88 auf der PC-Engine fast Spielhallenqualität ins heimische Wohnzimmer bringen. Fast? Nur kleine Unterschiede? Ich komme ins Grübeln, denn die Raiden Shoot 'em up-Version der PC:Engine unterscheidet sich sehr, sehr deutlich von der Jammaversion der Spielhalle. Also habe ich flugs die Mame-Version aufs SNES gebracht und bäm!... das ist ja noch viel besser als die PC-Engine. Hätte ich nicht gedacht. Naja, die PC-Engine hat aber auch zu kämpfen mit dem Umstand, dass in der Spielhalle die Monitore/ Fernseher hochkant aufgestellt waren für diese Art von Spielen. Aber die Auflösung und die räumliche Aufteilung, die Animationen und der Sound sind im Spielhallenoriginal um etliche Läääängen besser als die PC-Engineversion. Die Hochkantauflösung ist mit heutigen HD-Fernsehern ja kein Problem, da diese viel höhere Auflösungen nativ unterstützen, egal ob hoch- oder querformatiges Original. Die Scanline-Darstellung des SNES mini classic ist übrigens genial und sorgt für den echten Look von damals. Effektiv wird damit die Auflösung zwar nicht gerade verbessert, aber es sieht um Welten besser aus, als die glatten Flächen heutiger Displays. Die PC-Engine Version von Galaga 88 krankt übrigens deutlich an dem geringen Platz, den die Auflösung und das verdrehte TV-Format bedingen: der Abstand zwischen dem Spielerraumschiff und den heranflitzenden Alienpolonäsen ist viel geringer als beim Original und daher ist es viel schwerer, den Geschossen der frisch auf den Schirm fliegenden Aliens auszuweichen. Das Original ist zwar schwerer insgesamt (mehr Gegner und Felsbrocken, viel mehr Geschosse, eingefangene Raumschiffe sind schwerer von der Fliege zu trennen) aber viel besser zu spielen und schicker anzusehen (die Feuerwerkeffekte sind grandios, die Musik- und Toneffekte sind viel besser und auch das Galactic Dancing ist komplett anders). Ich wäre damals sicher enttäuscht gewesen ob der Unterschiede zwischen PC-Engine und Arcade. Aber was sollte man damals schon sagen- wer jemals eine "Automatenumsetzung" für Heimcomputer erleiden spielen durfte wie z.B. Outrun auf einem ZX Spektrum, der fand damals die PC-Engine natürlich überragend. Überragend ist auf jeden Fall, dass das kleine SNES mini nun auch die Spielhallenoriginale ohne Abstriche in perfekter Qualität auf meinen Fernseher zaubert. Genialer geht es nicht. Das Neo Geo (hier die Vorstellung in Power Play 8/90) war  zwei Jahre später noch einmal viel besser, da es originale Spielhallenhardware in eine Konsole presste. Das war aber mit 1.000 DM für die Konsole und 500 DM für jedes Spiel noch um weitere zehn hoch zehn Stufen irrer und unvorstellbarer als das ohnehin schon irre PC-Engineteil. Was soll ich sagen, auch diese Spielesystem dudelt das SNES mini classic ohne Murren und Knurren ab. Ich mag zwar die Neo Geo Spiele alle nicht so sehr (ich bin kein Prügelspielkönner, ich mag mehr Shoot 'em ups), aber dennoch ist es einfach gigantisch, was das SNES mini so kann. Die N64-Spiele sind allesamt grenzwertig, was die Emulationsqualität angeht: die 25 Jahre alte 3D-Grafik hochspezialisierter 64-bit Chips bereitet auch heutiger (billig-) Hardware Probleme en masse. Super Mario 64 und Mario Kart 64 laufen prima auf dem Emulator GLupeN64, andere Titel ruckeln damit jedoch unertäglich. Ein andere Emulator-Core wie Mupen64Plus jedoch verschafft hier Abhilfe: es spielt sich flüssig. Nur das SNES-Pad ohne die Analogsticks und Z-Schalter des originalen N64-Controllers muss einmalig per Retroarch konfiguriert werden, dann geht das auch prima. Aber ich bevorzuge noch klassische 2D- Spiele wie Mario Land SNES und eben Pseudo-3D (Mode 7) wie im ersten Mariokart von 1992. Ich habe versucht, Amiga-Spiele auf das SNES mini classic zu bringen, aber ich bin gescheitert. Mein Elan war aber auch begrenzt, da ich nur Monkey Island spiele wollte und das ist nun wirklich kein Spiel für die kurze Pause zwischendurch und es taugt auch nur sehr bedingt für rasante Highscorejagden. Arcadetitel mit aufwendigerer 3D-Grafik wie Daytona USA oder Star Wars Trilogy Arcade habe ich auch nicht zum Laufen bekommen. Auch meine geliebte Sega Dreamcast wolle ich gerne per SNES mini wiederaufleben lassen: ich habe es nicht hinbekommen (aber wie ich auf YT sehe, taugt die Emulation leider nicht, um die extrem gute Hardware der betagten Dreamcast flüssig zu imitieren).
Ich liebe dieses kleine Wundergerät, weil es mir die ganze Spielhallenvielfalt von früher auf Handtellergröße ins Wohnzimmer bringt und sehr gute Controller besitzt. Dazu ist die Modifikation supereinfach (die Retropie Lösung auf Raspberry Pi-Basis ist deutlich komplexer und benötigt noch viel mehr Konfigurationsaufwand, da Eingabeverzögerungen (ja, so ein alter Röhrenfernseher hat praktisch gar keine messbare Verzögerung, -also weder 5 ms noch 10 ms, eher so 1 µs- und auch keine native Auflösung) und veschiedene Hardware wie A, A+, B, B+, Zero, 2, 3, 4 Probleme bereiten können). Ich träumte immer davon, "ein paar" alte Originalarcadeautomaten zu besitzen, um eine Runde originales Raiden oder Raiden II oder Final Fight oder R-Type zu spielen. Jeder Automat ist aber leider so teuer und so groß wie ein amerikanischer, zweitüriger Riesenkühlschrank. Ausgeschlossen, dass ich dafür die Genehmigung von der Regierung bekäme. Die Arcade des Computermuseums Oldenburg liebe ich sehr- jetzt habe ich sie zu Hause (bis auf die Flipper natürlich, Aber Flipper, bis auf T2, und Kicker waren nie so meins). Eine Schwierkeit gibt es jedoch: die Spielhallenspiele waren damals alle auf eigenen (Jamma-) Platinen verbaut. Jedes Spiel hatte eigene Chips und Ausstattung. Aus diesem Grund waren die Dinger ja auch so teuer. Die Jamma-Anschlüsse boten nur einheitliche Verbindungen zum Monitor, Lautsprecher und den Joysticks. Das bedeutet leider, dass die Spiele eben nicht alle auf ein einheitliche Betriebssystem aufsetzen wie beim SNES oder Atari, sondern dass es eine Vielzahl von Betriebssystemen gab (die Spiele wurden jeweils zwar auf ähnlichen Plattformen entwickelt zu gleichen Zeit, aber es gab ständig Neuerungen in Software und Hardware). Das führt dazu, dass es ein Dutzend Mame-Emulatoren gibt (Spielhallenhardwareemulatoren) für das SNES mini Classic: FB Alpha 2012, CPS1, CPS2, CPS3, FB Alpha 2012 Neo Geo, FB Alpha 2016, FB Alpha 2018, FB Neo, Mame 2000, Mame 2003 Plus, Mame 2003 Xtreme, Mame 2010, Mame 2014... Dazu kamen die Spiele auf verschiedenen Plattformen heraus und es gab zudem auch noch verschlüsselte Platinen, um damals auch schon der Piraterie Einhalt zu gebieten (entschlüsselte Bootleg Versionen helfen in diesem Fall). Manche Spiele laufen gar nicht, andere nur ruckelig, quäkend und quälend langsam mit einem Emulator und flüssig brillant mit einem anderen Emulator. Es ist leider nicht so, dass ein vermeindlich neuerer Emulator bessere Ergebnisse liefert. Ich hatte ausgerechnet mit Pac Man enorme Schwierigkeiten, es zum Laufen zu bekommen und habe stumpf alle Emulatoren nacheinander durchgetestet. Hat alles zunächst nicht geklappt, aber als ich dann eine andere Version ausprobiert, funktionerte es "schon" beim fünften Emulator (eine Tabelle hat mir geholfen, hier den Überblick zu behalten). Zaxxon habe ich bis heute nie mit Ton hinbekommen, aber das ist zu verschmerzen, ich mochte es nie. Meine Sammlung von Spielen, die nun mit dem richtigen Emulator laufen, hüte ich wie einen Schatz. Die Spielhallenspiele sind perfekt geeignet für eine schnelle Runde zwischendurch, da sie aus einer Ära und einem Aufgabenfeld stammen, dass so aussah: Ein jeder Automat stand in der Imbissbude oder gar einer Reihe von anderen um Aufmerksamkeit heischenden Automaten in einer lärmenden Spielhalle und brüllte: "Hey, guck' mal hier! Das Spiel hier ist bunt, prickelnd und schnell und macht irre viel Spaß! Wirf' doch mal eine Münze ein, Du wirst es sicher nicht bereuen!". Dann war die Mark versenkt, das Spiel ging los und nach drei Sekunden Welcome-Betütern hat einem der Automat nach Strich und Faden so dermaßen eisenhart die Fresse poliert, dass einem Hören und Sehen verging: die Spiele sollten allesamt Geld verdienen und süchtig machen. Am besten, alles 30 Sekunden eine Münze. Das war das Interesse der Betreiber. Und. Das. Merkt. Man. Auch. Und wie... Denn während die Konsolen und PC-Games von heute auf dem Sofa zu Hause stundenlang unterhalten sollen und dafür erst einmal in Ruhe die Regeln erklären, stundenlange Tutorials statfinden und man langsam sich einfühlen soll, sind Automaten selbsterklärend, schnell und unerbittlich. (Klingt fast so als würde die Arcadedomina die Peitsche knallen lassen, hm, da komme ich doch etwas ins Grübeln... ). Perfekt für eine spaßige Runde zwischendurch und daher viel besser für den Einsatzzweck geeignet als neue Konsolen wie Playstation oder Switch (außer man nimmt dort die begrenzte Retroauswahl in Anspruch für teuer Geld...). Ich habe für die Highscorehatz neun Titel auserkoren, um eine Vielfalt zu bieten verschiedener Genres. Es sind ausschließlich Automatenversionen bis auf einen Titel: Raiden. Das hat zwei Gründe: selbst Donkey Kong (das deutlich komplexer ist, als es aussieht) ist im Original viel besser als Umsetzung auf z.B. dem NES (die Bildschirmausrichtung ist hier wieder ein wichtiger Grund). Die Raidenversion jedoch ist die der PC-Engine. Diese Version ist deutlich hässlicher und weniger gut spielbar als das Original, aber das Orignal kann beliebig fortgeführt werden (nach dem eigenen Abschuss einfach Münze einwerfen/ Select drücken und es geht unverändert weiter mit zum Teil vollem Upgrade der Waffen. Das liegt daran, dass das Spiel so unfassbar schwer ist, dass man praktisch nur mit einem (so gewünschten) ständigen Fluss an Münzen sich in höhere Levels "daddeln" (die spielerischen Fähigkeiten von Richie Rich sind nur gering gefordert, um höhere Levels zu erreichen im Gegensatz zu den alten Soielen) kann. Würde es wieder von vorne starten, wäre die Frustration schnell zu hoch. Dieses Konzept ist ganz anders als das der alten Spiele, die nach drei ausgehauchten Leben stets einen Neuanfang forderten. Dieses ist auch im begrenzten Speicher begründet, der nicht so viele neue imposante und abwechslungsreiche Grafiklevels bieten konnte. Durch die große Variation an Action und Geschwindigkeit wurde dieses Manko jedoch kompensiert) und ist daher nur fordernd, wenn es ums eigene Geld geht wie am Automaten eben damals. Am SNES classic jedoch kann ich einfach immer weiterspielen, ohne dass es Einschränkungen gibt außer dem geringen Highscore. Langweilig. Die PC-Engine-Version unterscheidet sich in einem extrem wichtigen Punkt: sobald ich einen Treffer kassiert habe, explodiert mein Ramschiff spektakulär und die umherfliegenden Einzelteile zerstören sogar die Gegner wie beim Original. Aber dann ist erst einmal Ende, der Bildschirmvorhand schließt sich, öffnet sich und ich starte wieder ganz neu in der Nähe des Abschussplatzes aber mit vollkommen ungeeignet geringer Bewaffnung. Dann werde ich sehr schnell aufgerieben, da die Gegner unverändert stark sind. Mein Ziel ist also hier: möglichst lange perfekt spielen mit voll hochgerüsteter Bewaffnung, denn ein einziger Fehler und ich bin am A. Das ist viel motivierender als die Automatenversion, die ich stundenlang ohne jeden Rücksetzer weiterspielen kann bis zum letzten Level. Die PC-Engineversion hingegen lässt mich kaum den zweiten Level erreichen... Treffer, nochmal von vorne.
Die Spieleauswahl gesamt ist auch kritisch, denn wenn ich 4.000 Spiel wahllos draufknalle, verliere ich schnell den Überblick und es gibt auch viel frustriereden Schrott. Zudem ist nur eine gute Version notwendig und nicht die x-te, miese Adaption auf 20 anderen Systemen (Donkey Kong Original Arcade reicht, da brauche die NES, Gameboy, Gameboy Color, Gameboy Advance, Armstrad CPC etc.  Versionen nicht mehr). Einzige Ausnahme wie gesagt: Raiden (siehe oben). Meine Auswahl orientiert sich meinen eigenen Erlebnissen in Spielhallen und Vorlieben. Großspuriger formuliere ich es gerne so: ich habe die Spiele kuratiert. Ich erinnere mich noch an die ersten Pong-Spiele auf dem TV des Nachbarn. Diese Balken mit dem Klotz fand ich sogar als Kind nach wenigen Sekunden öde. Später dann habe ich im Freizeitzentrum Hatten 1982 eine einzige 20 Sekundenrunde an einem Galaga Automaten gespielt (da war ich acht oder neun Jahre alt). Ein Dig Dug Automat war auch da, den habe ich aber nicht bespielt, glaube ich. Die Vectrex fand ich im Schreibwarenhandel Freese etwas fad (nur Vektorgrafik mit bunten Folien drüber, bäh, das mochte ich auch als Kind genausowenig wie die ätzenden LCD-Spielimitationen á la Game-&-Watch). Später sind dann ja (1985) komplett verschwunden und nur noch im Auslandsurlaub (Chase H.Q. 1988 in Frankreich, Chelnov ebenso 1988: "Papa, il ne sait pas tuer le dragon", "Tu es allemand?" "Qui..." "JA!") erreichbar für Minderjährige. Danach tauchte im dorflichen Elektronikhandel (Otten? In Wardenburg) eine Konsole von CBS Colecovision auf, auf der wir Kinder 20 Minuten für eine Mark Smurf, Zaxxon und Turbo daddeln durften, bis schließlich die Inhaber die Nase voll hatten und nach wenigen trubeligen Tagen dieses Angebot wieder einstellten. Dann wollte ich eine Videospielkonsole zu Hause haben: eine silberne Philips (Odyssey II oder G7000) wurde mir gebraucht verwehrt aber bald gab es das Atari 2600 im schicken Holzdesign.  Das erste Spiel war Combat. Dort wurde ich sofort zu Klump geschossen von meinem Vater, der sauer wurde, weil ich nicht sofort verstand, wie die Panzer zu steuern waren (Drehung im Kreis, dann Gas geben statt einfach in die Richtung lenken). Später dann las ich den Powerplay von Namcos Assault Arcade 1988 und verstand einfach nicht, was die da beschrieben von sich drehender Landschaft statt sich drehender Panzer; es war schlicht unvorstellbar für mich). Nachbarsnerdjunge hatte einen VC-20: das war extrem abschreckend für mich, denn das einzige Modul war Loderunner und alle anderen "Spiele" waren Basic-Listings, die tagelang abgetippt und dann stundenlang von Datasette geladen wurden nur für Sonderzeichen, die über den fahlen Bildschirm ruckelten und Indianer darstellen sollten. Unterträglich für jemanden, der bereits Galaga gespielt hatte. Nerdnachbarjunge nutze denn auch das Gerät zur Erfassung seiner Spielzeuge und Zimmerinventarlisten. Seltsam.Danach gab es eine C-128 D (eines der ersten Spiele im stets bevorzugten C64-Modus war das Textadventure 'Gremlins', bis auf Ostereiergrafiken programmieren per circle Befehl und eine startende Rakete mit Ampel zu animieren per Sprite und Soundbefehl gab es aber nicht zu tun für mich im 128er-Modus, da ich nie lernte, eine Joystickabfrage mit Basic zu programmieren. So wurde das leider eben nichts mit der Spieleentwicklerrichtung), einen Amiga 500 (1990, mein Gott, was war ich enttäuscht von Xenon II Megablast, das so toll aussah aber sich so unfassbar ätzend spielte), ein Super Nintendo (F-Zero fand ich nicht so überzeugend 1992, aber als ich den Schildkrötenendboss am Ende vom ersten Super Probotector sah, war ich komplett fassungslos ob der riesigen, flüssigen Action und habe fortan die Hunnis über den Ladentisch geschoben für Spiele, die aber alle nicht mehr diese Euphorie bei mir erzeugten wie Probotector) dann nur noch PC. Die Playstation 1 hatten Freunde von mir (die leicht angeschrottete Gebrauchtkonsole musste immer auf den Kopf gestellt werden, damit sie die CDs spielte) und als ich 1999 die Dreamcast mit offen stehendem Maul im Laden begaffte (Sonic in 3D und Soul Calibur) wurde mir klar, dass diese Segamaschine der ultimative Apparat sei. Aber auch irre teuer. Dann aber ist Sega ja wegen Sonys Playstation 2 und einiger Managementfehler pleite gegangen und im im Comet-Supermarkt wurden Dreamcastkonsolen und Spiele für absurd kleine Preise verschleudert. Ich hatte also doch noch eine neue Konsole. Wieder einmal. Dann war aber wirklich Schluss. Bis zur ersten X-Box, die ich mir nur wegen Halo und einem Spielhallen-Simulator gebraucht kaufte (Taitos 'Metal Black', der beeindruckendste Shoot 'em up für mich aller Zeiten) und danach gleich wieder verhökerte. Dann noch eine Wii, dann eine Playstation2 für Karaokeparys und eine Playstation 3, weil sid ja so unglaublich tolle Grafik haben sollte (sie aber nicht hatte), dann wegen Star Wars Battlefront (das mich sehr langweilte) eine Playstation 4. Und hier schließt sich der Kreis zu den Anfängen mit der SNES mini mit Dig Dug und Galaga. Verrückte Welt. Zwischendurch wollte ich noch ein Sega Game Gear 1992 haben, lies es aber sein wegen schlechtem Display und hohem Batterieverbrauch (den Ursprungsgameboy mit dem grünen Schrottdisplay fand ich 1989 komlett inakzeptabel, auch wenn ich später Tetris beim Bund darauf gedaddelt habe gegeneinander. Ein Gameboy Advance zog ein, ein Nintendo DS und jetzt (für die Kinder, *hust*) ein Nintendo New 3DS XL. Hm, wenn ich das mal alles so Revue passieren lasse, habe ich eine ganz ordentliche Videospieljunkiekarriere hingelegt. Im Wöltje im Famila Wechloy gab es damals auch einen Raum voller Daddelkinder, ich selbst spiele am liebsten am PC Unreal Tournament, Half Life und Command & Conquer Generals. Ich könnte aber jederzeit damit aufhören, ehrlich. Ich bin sicher nicht süchtig... ich könnte aufhören, will es aber eben nicht. So.

 


Rammsteinkuchen

Bilder der verschiedenen Ideen und Fortschritte sowie Fehlschläge: