Komme Auf Die

Dunkle Seite Der Macht!

Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen: Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.

Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß und die Geduld gibt Ruhe. Hermann Hesse (1877 - 1962)

This Is VaderBase

Hätt' ich Dich heut' erwartet...

Ein Todessternkuchen soll es mal werden. Aber nicht so einfach eine graue Scheibe aus Kuchen, sondern eine richtige Kugel mit Laserstrahlen aus Bonbon-Masse. Das ist das Ziel. Bisher habe ich mich diesem Ziel stückweise genähert und einige Fehlversuche erlitten. 'Erlitten' ist da als Formulierung aber sicher fehl am Platze, denn wenn auch die Form nicht stimmte, der Geschmack des Schokokuchens war ebenso herrlich wie der Duft, der die Wohnung bereits mehrmals durchzog. Eine weitere, tolle Facette dieses Hobbys.

Hier der aktuelle Stand in Form eines Fussballkuchen (den ich mit der vorhandenen Ausrüstung erstellte, weil es so klasse passte und der liebe Empfänger natürlich sich ordentlich freuen sollte):

Zwei Edelstahlhalbkugeln mit 20cm Durchmesser, eine drehbare Tortenplatte, fünf veschiedene Farben Zuckermasse (Fondant), eine Silikonmatte, Fondant-Modellierwerkzeugset, Fondantmesser, Fondantrolle, zwei lange Küchenmesser, Puderzucker, fünf Backmischungen (zusätzlich 15 Eier, 3,5 Pakete Butter, 0,5l Milch) sowie 500ml zu kochender Vanillepudding, 70g Zucker und ein weiteres Paket Butter für die Buttercreme wurden angeschafft. Beide Halbkugeln einfetten und mit Mehl bestäuben, je zwei Kuchenmischungen hinein. Halbkugeln aus Stahl auf ein Puddingglas stellen für den sicheren Stand. Mein erster Versuch war fatal: die Halbkugel schien recht stabil (ohne Untersatz) im Ofen zu stehen. Aber als der Teig aufging, kippte die Backform leicht und der Ofen sah aus... ojeoje. Also Untersatz drunter für die Standsicherheit. Für alle Fälle noch im Backofen Alufolie auslegen, dann ist die Reinigung fix erledigt. Die Kuchen später abkühlen lassen, mit einem langen Messer die überschüssige Kuchenmasse abschneiden (Klinge am Rand der Kuchenform aufligen lassen für exaktes Ergebnis) und den Kuchen auf ein Backblech oder eine andere glatte Unterlage stürzen. Dann über Nacht stehen lassen, damit der Kuchen sich etwas festigen kann. Am nächsten Tag eine runde Kuchen-Springform einfetten, Mehl drauf und eine weitere Kuchenpackung hinein. Schön glatt streichen, das wird der Rasen. Flachen Kuchen auf die Tortenplatte, grünes Fondant ausrollen, Springformrand benutzen, um runde Fläche auszustechen. Silkonmatte vorher mit Puderzucker einreiben hilft, das Fondant zu lösen. Sonst vorsichtig mit langer Klinge eines Küchemesser zwischen Fondant und Matte fahren, um das Lösen zu erleichtern. Grünen Fondant auf den flachen, runden Kuchen legen. Fertig ist der Rasen, der aussieht wie frisch aus dem Spielfeld gestochen. Jetzt einen Halbkugelkuchen ein wenig an der Spitze abschneiden, damit er nicht so leicht wegrollt. Muss aber nicht unbedingt sein, da das hohe Eigengewicht des Kuchens die Unterseite ganz von alleine abflacht. Dann mit der nun abgeflachten Seite auf den Rasen stellen, andere Hälfte einfach oben drauflegen (die Kuchenhalbkugeln sind recht schwer und sitzen satt aufeinander), eventuelle Unebenheiten (Ablösen aus der Form vielleicht nicht ganz glatt gelaufen) und die Stoßkanten mit Buttercreme und einem Spachtel füllen und glätten. Jetzt schwarzes und weißes Fondant ausrollen für die Fünf- und Sechsecke. Zum Lösen der Teile für jede Farbe am besten ein eigenes Messer benutzen, damit die Farben sauber bleiben. Kurz nachdenken, wie lang die Seiten der Fünfecke und Sechsecke sein müssen für einen Ball mit 20 cm Durchmesser (entsprechend 62,83 cm Umfang): genau, ca. 4,16 cm. ((s = 62,83/(2+2√(5+2√5) + 4√3), da der Umfang der Kugel ja besteht aus zwei Seitenlängen des Sechsecks, vier Höhen des Fünfecks und vier Höhen des Sechsecks). Also vektorbasiertes Zeichenprogramm anwerfen, Sechseck und Fünfeck zeichnen und Seitenlängen an 4,16 cm langer Referenzlinie ausrichten um die richtige Seitenlänge zu erhalten. (zu komlipiziert? dann einfach hier klicken).

Ausdrucken, auf Pappe kleben und ausschneiden. Pappschablone auf das Fondant legen, andrücken und Konturen mit Fondantmesser ausschneiden. Dann Fondantstück mit Messer lösen und auf die Kuchenkugel legen. Wiederholen, bis der Fussball fertig ist- unten den Ball mit Buttercreme oder die Rückseite des Fondantstücks mit Buttercreme einstreichen, damit das Fondant auch an der Schräge hält. MIt weisser Zuckerschrift eine Linie auf den Rasen malen (mit rechten Winkel am Ende, dann wirkt es wie der Straftraum), um die Fussballrasenillusion zu stärken. Namensschriftzug: Vektorbasiertes Zeichenprogramm starten, flächige Schriftart wählen (ohne Serifen etc.) wie z.B. Futura XBlk BT, Namen in Großbuchstaben eingeben, Höhe 3,4 cm oder bei dieser Schriftart 134 pt. . Drei Rechtecke (schwarz, rot, gelb) aneinanderfügen und in den Schriftzug als Füllung platzieren (Powerclip o.ä.). Nun Kontur-Funktion wählen, nach außen mit abgerundeten Ecken zwei Konturschritte mit 4,04 mm Konturabstand erstellen. Kombination aufheben, Gruppierung aufheben, Farben anpassen (außen schwarz, dann weiß). Viermal ausdrucken und auf Pappe kleben. Ausschneiden: erst entland der schwarzen Außenkontur. Auf schwarzes Fondant übertragen, ausscheiden, auf Butterbrotpapier oder Silikonmatte legen. Dann entlang der weißen Kontur ausschneiden, weißes Fondant ausschneiden und auf schwarzes Fondant legen. Nun drei Streifen aus Fondant aneinanderlegen (schwarz, rot, gelb), ausgeschnittene Buchstaben/ Schrift darauflegen, ausschneiden und auf die weiße Fondantschicht legen. Innere Flächen (beim 'R' oder 'A') nicht aus den dreifarbigen Buchstaben ausschneiden (zu fummelig), sondern weitere, weiße Fondantstückchen auf die Buchstaben platzieren. Fertigen Schriftzug mit Buttercreme auf der Rückseite einstreichen und auf dem Ball anbringen. Kerzen drauf. Guten Appetit.

 

Lecker ist es,

aber auch sehr gehaltvoll oder eben auch mächitg. DIe Macht ist stark in diesem Kuchen- Zucker, Butter, noch mehr Zucker und noch viel mehr Butter, das sind die Zutaten. Noch ein paar mehr solcher Versuche, und der Rubies XL-Anzug passt bald auch am Bauch. Lieber nicht.

Warum hier?

Na, weil auch diese tolle Sache den Urtsprung fand in der Idee, einen Todesstern zu backen und das wiederum aus der Darth Vader Verrücktheit  entstanden ist.

16.04.2016 Die Form der Laserschüssel bereitet mir Kopfzerbrechen. Wie kann ich die richtige Form/ Wölbung dieser konkaven Fläche erhalten? Mein bisheriger Versuch, einfach grob ein Loch zu schneiden und eine Vertiefung zu formen, brachte nicht das richtige Ergebnis. Nun entdeckte ich im Buch "Sculpting A Galaxy" von Lorne Peterson auf Seite 150 die entscheidende Information: "[...]The laser crater was achived by cutting a hole, taking the convex remnant and flipping it, nesting it into the hole to become a concavity." Form erstellt (erst Lochsäge für Metall aus Baumarkt zum blau Glühen gebracht ohne den Edelstahl nenneswert zu anzukratzen, dann gehärteten Spezialschneider für Edelmetall besorgt, der ordentliche Arbeit ablieferte; bleifreies Zinn, gelötet, nicht schön aber funktionierend [Ausschnitt umgedreht in Loch gelegt und mit Gieß-Sand unterfüttert/ fixiert/ abgedichtet; mit Flussmittel nicht sparsam sein]), Kuchen gebacken, 250 g Fondant (eine Packung) auf 37 cm Durchmesser rund ausgewalzt, mit Silikonmatte übertragen.

 

04.05.2016 Es geht voran: Edelstahlbackform eingefettet und Elektrikergips (1 Teil Gips mit 1 Teil Wasser; ich kann keine Notwendigkeit für Alabaster- oder Künstlergips erkennen) eingefüllt. Einen Tag warten und nicht aus der Form bekommen. Gummihammer und aufs Brett fallen lassen halfen nicht. Also die Form nochmal bei 160 Grad in den Ofen in der Hoffnung, dass die Metallform sich weitet. Erfolg: Gipskuchen löst sich nach erheblichem Aufs-Brett-Gedonnere. Acryglasform über Gipskuchen gestülpt: passt nicht. Gipskuchen abgeschliffen und Acrylglasform drehend auf den Gips geschoben. Passt. Gipskuchen nun flugs mit Bastelfarbe angemalt. Gips war noch nicht trocken genug, die Farbe kommt beim zweiten Anstrich in Flocken herunter. Fail 1. Also zehn Tage warten, Farbe abschleifen, erneut anstreichen. Farbe kommt krümelig herunter. Fail 2. Erneut Farbe abschleifen, Acryl-Haftgrund aus Baumatkt besorgt und Gipskuchen grundiert. Haftgrund kommt krümelig herunter. Fail 3. Erneut abschleifen, diesmal Gipskuchen komplett unter Wasser halten und Staubreste abwaschen. Gips knistert, saugt sich voll und ist feucht. Sieht aber schön sauber und porig aus. Drei Tage trocknen lassen, Grundierung drauf, einen Tag trocknen lassen, Bastelfarbe drauf, zweimal. So, geschafft. Nun Todesstern-Referenzbilder besorgt (hey, die haben den Todesstern gespiegelt im Film! [Ergänzung: zumindest in der ersten Szene. Dann wieder nicht... ohmannohmann...]), die Bilder also gespiegelt und ausgedruckt. Für schön senkrechte Linien eine Schablone aus Hols gebaut. Weiteres Vorgehen: Todessternflächen auf Gipskuchen übertragen, dann Acrylglasform auf Gipskuchen, Felder mit Dremel ausschneiden, Acrylglasschablone(n) dann auf echten Kuchen legen und mit Lebensmittelfarbe ansprühen. Viel zu tun....

15.05.2016 Oje. Ich öddel hier seit Ewigkeiten mit einem Kugelkuchen herum und komm' nich' zu Potte und nun sehe ich hier das:

...das frisst schon ein wenig an meinem Selbstbewustsein. Aber wow. Wahnsinn.

29.05.2016 Den Gipsrohling hätte ich mir sparen können. Die Idee mit der Schraube in der vermutlichen Mitte und dem Faden, um ordentliche waagerechte Linien zu ziehen, brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Also Leisten angeschraubt und mit Tortenplatte und Stifthalter nochmal alles in überarbeitet. Statt wie bisher mit Spiritus und Wattestäbchen die falschen Linien zu entfernen, bin ich auf andere Farben zum Drübermalen umgestiegen. Erste Löcher der Schablone mit Dremel (Trennschleiferaufsatz und Fräse für Löcher) sowie Hand-Minifeile (für die Innenecken) freigeschnitten. Es geht voran. Plan B: Mit Schneideplotter Papierschablonene für den Einmalgebrauch herstellen. (Probleme: alle Freiräume entfernen ist aufwendig und die Löcher für Lichter wahrscheinlich nicht per Schneideplotter möglich. Aber vielleicht gibt es ja einen Stanzaufsatz zum Löcherstanzen, mal sehen... Nadel statt Stift/ Messer...)

Das Ziel

Ist ein Todessternkuchen. Der Todesstern ist ja gewissermaßen das Mega-Despoto-Weltall-Wohnmobil von Darth Vader und passt daher gut ins Thema.

Die Schwierigkeiten, die sich mir noch stellen:

Die Oberflächenstrukturen sind nicht einfach gleichmäßig, sondern mit eckigen Streifen und verschiedenen Grautönen sowie den hellen Punkten (Lichtern)versehen.

Sphärische

Zweiecke benötige ich statt der Fünf- und Sechsecke. Wie die genau aussehen und welche Maße die haben müssen, weiß ich noch nicht. Die Laserstrahlen sollen aus grünen Bonbonstäben bestehen, ein Zuckerthermometer habe ich schon erstanden. Ja, die Details, die Details.

Vielleicht kann ich auch 'einfach' eine große, weiße oder graue Fondantschicht flächig auf die (Halb-)Kugeln aufbringen und anschließend die Oberfläche mit Lebensmittelfarbe, die ich per Airbrush (wollte ich schon immer mal wieder haben) und Schablonen draufsprühe, erstellen. Also her mit dem Airbrush mit Kompressor.

- Das ist kein Mond... Es ist eine Leckerei...

     - Zu groß für eine Leckerei...!

hier ein wenig Referenzmaterial (Bildschirmfotos ANH, Fotos vom Set):

Hier das Bild des ANH Todessterns, kurz bevor er explodiert. Das sonst genutzte Modell wurde nicht für diese Aufnahme genutzt (gesprengt?), denn das originale Modell kann man nach wie vor in Ausstellungen bewundern (es wurde, wenn die Geschichte stimmt, von Privatpersonen in einem Trödelladen gekauft). Die Bilder habe ich im Kontrast verstärkt, um die Strukturen besser erkennen zu können:

Angesichts dieser Ereignisse habe ich keinen Zweifel daran, dass tatsächlich viele Requisiten von ANH, wie das Darth-Vader-Kostüm, nicht mehr vorhanden sind.

Ist das'n Laser oder kann das weg?

 Damals fehlte bereits die 'Laser-Schüssel', die wohl einfach 'mal weggeworfen wurde... Der Unterschied des oben sichtbaren Todessterns zum sonst genutzten wird deutlich, wenn man den Abstand der Laserschüssel zum Äquator vergleicht.

Acht Laser werden gebündelt beim Death Star A New Hope. Beim zweiten Todesstern (ROTJ), der ja nicht fertig wurde (aber dennoch einsatzbereit war) sind es sieben Laser im Kreis und ein achter in der Mitte. So gesehen bleibt jedem anständigen Nerd natürlich der Bissen im Halse stecken, wenn er die Details dieser Version zu Gesicht bekommt... :-)

Aber auch dieses Resultat kann vielleicht nicht in allen Details überzeugen...

 

hier noch ein paar Informationen zur Erstellung der Requisite (Quellen: Creating the wolrd of Star Wars, 365 Days, John Knoll, Seite 45 und Sculpting a Galaxy, Inside the Star Wars Model Shop, Lorne Peterson, Seite 150).

Es wurde also zunächst ein Bild (Matte-Painting) benutzt, das daber nicht die Anforderungen an Realismus erfüllen konnte. Anschließend wurde alternativ ein Modell gebaut. Die Laserschüssel entstand, indem man einfach den Ausschnitt umgedreht einbaute. Die Plexiglaskugel wurde mit Silberfarbe grundiert und dann bemalt. Die Lichter wurden nicht gebohrt, sondern es wurde nur ein wenig Farbe abgekratzt. (Die Position der Laserschüssel wurde beim Bau des Modells geändert: vom Äquator wurde sie nach oben versetzt. Die "Computeranimationen" waren jedoch bereits fertiggestellt und zeigen die ursprüngliche Position).